Wohnungssuche für Jugendliche, die volljährig werden

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Was hilft bei der Integration eines geflüchteten Jugendlichen am meisten? Genau, die deutsche Sprache. Daher wollte ich für mein Mündel, der im Januar 18 Jahre alt wird, gern eine WG in Dresden suchen. Eine, in der er ganz normal mitwohnen kann. So hatte ich es verkündet und so wollte ich es auch umsetzen. Zum Glück entdeckte ich im Netz die Webseite “Flüchtlinge willkommen”. Die Leute dahinter vermitteln WG-Plätze an Flüchtlinge. Nach langem Warten und einigen Emails und Telefonaten war es soweit, wir besuchten den Vermieter und wurden uns einig. Ziarat sollte in eine Wohnung in der Nähe des Körnerplatzes zu Jahresbeginn einziehen.

Soweit zur Vorgeschichte. Denn nun beginnt der Hauptteil, die Klärung der Finanzen.

Bis dahin hatte ich gedacht, dass es kein Problem sein würde, dass das Sozialamt die Kosten von nicht einmal 300 Euro für das Zimmer übernimmt. Doch ich sollte eines Besseren belehrt werden.

Erste Hürde: es gab noch gar keine Zuweisung des Jungen an das Sozialamt in Dresden. Und ohne diese Zuweisung auch keine Bearbeitung in Dresden.

Hintergrund: jeder Jugendliche, der volljährig wird, muss vom Land Sachsen noch einmal an eine Kommune zugewiesen werden. Dazu sendet das Jugendamt oder der Vormund die Niederschrift des Asylantrages an die Landesdirektion in Chemnitz. Bisher lag dort noch nichts vor. Daher schickte ich die Neiderschrift per Email an die Landesdirektion. Die nun also zuweist. Aller Voraussicht nach Dresden, denn das Argument, dass er hier zur Schule geht, Vormund und Gasteltern hier hat, wiegt schwer.

Zurück zur Wohnungssuche:

Der zuständige Bearbeiter Herr Knappe vom Sozialamt sagte mir, dass zur Miete an Flüchtlinge im Asylverfahren keine privatrechtlich vermieteten Wohnungen oder WGs zugelassen sind.

Die Stadt habe genügend Wohnraum. Aber in meinem Falle könnte ich ja versuchen, eine Sonderregelung mit einem formlosen Ausnahmeantrag zu erreichen. Diesen verfasste ich fix und schickte ihn ans Sozialamt.

Der Leiter der Abteilung Unterbringung teilte mir daraufhin aber mit, dass er den Antrag ablehnen müsse, denn, wie gesagt, die Stadt habe genügend Wohnraum.

Der Junge könne in einer “Ausbildungs-WG” wohnen, also mit anderen Jugendlichen zusammen, die eine Schule besuchen oder in Ausbildung sind. Zur Verfügung stünden Wohnungen in Prohlis, Gorbitz und Reick.

Meine viele Arbeit, Wartezeit und alles Bangen waren also ganz umsonst. Asylsuchende dürfen in privaten Wohnungen nicht wohnen, zumindest, solange das Sozialamt die Kosten dafür übernehmen soll. Diese Auskunft hatte mir bisher niemand gegeben. Ich muss sagen, das war eine harte Erkenntnis.

Und offenbar ist eine Wohnungszuweisung recht schnell erledigt. Beim Sozialamt wollte man mich doch tatsächlich beruhigen, wir hätten doch noch über vier Wochen Zeit und das sei hier eine ganze Menge.

Nun denn,Ich bin gespannt, wie die Sache letztlich ausgeht und welche Wohnung Ziarat am 01. Januar beziehen wird.

Wie es weitergeht, werde ich zu gegebener Zeit berichten.

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